
Hinzugefügt 18 Nov 04 Aktualisiert JUSTIm Grunde ist dieses Buch zweierlei: eine Art illustriertes Nachschlagewerk zum Nachblättern der wesentlichen Features von Flash MX und eine Sammlung praktischer, unterhaltsam moderierter Übungen. Nachvollzogen werden können alle Kapitel, die wie Tutorien aufgebaut sind, anhand der auf der mitgelieferten CD-ROM enthaltenen Beispiele. Da sich das Buch an Flash-Einsteiger richtet, wurde auf die Funktionserweiterungen von Flash MX verzichtet, die in den erweiterten ActionSript-Konventionen bestehen. Zudem vermeiden die Autoren bewusst die Verwendung allzu vieler Fachbegriffe.
Zunächst werden die Einsatzmöglichkeiten von Flash MX und seine neue Bedienoberfläche erklärt. Dann geht es aber gleich praktisch weiter. Leicht verständlich und praxisorientiert werden die Unterschiede und Anwendungsbereiche von Grafiksymbolen, Movieclips und Schaltflächen vermittelt. Bereits früh kann der Leser, wenn er die Arbeitsschritte in Flash MX nachvollzogen hat, die eigene Animation vorweisen. In den weiteren Kapiteln lernt er, Grafik- und Textwerkzeuge zu benutzen, Sound in ein Flash-Projekt einzubetten und dieses für das Web zu veröffentlichen. Das breite Spektrum interaktiver Anwendungsmöglichkeiten wird allerdings nur kurz umrissen.
Aus ihrer Flash-Praxis gewonnen sind die Tipps der Autoren zur übersichtlichen Arbeitsweise mit Flash. Sie zeigen, wie Ebenen und Bibliotheken mit Ordnern gut verwaltet und wie nützlich Kommentare und sinnvolle Namenskonventionen bei der Orientierung innerhalb eines komplexeren Flash-Projektes sein können. Von den neuen Funktionen in Flash MX werden die für Animationen relevanten Features detailliert vorgestellt: das freie Transformieren mit den Möglichkeiten, Objekte frei zu verzerren und zu umhüllen. Der Leser erfährt, wie Videoclips in Flash MX-Filme eingebettet und vor allem, wie die neuen Komponenten genutzt werden können. Gerade dieses neue Flash-MX-Feature dürfte Einsteigern willkommen sein, da die nützlichen Elemente vorgefertigt, leicht editierbar sind und damit mühsame Programmierzeit ersparen. Ein Buch, das jeden Flash-Anfänger animieren kann und mit dem das Lernen Spaß macht. --Olaf Böhme
Chenu, Congar, Lagrange, de Lubac, von Balthasar, de Chardin, Danielou! Wie Manifeste aus einer vergangenen, großen Zeit hallen diese Namen zu uns herüber. Und in den Augen manch älterer Katholiken leuchtet die Begeisterung der Konzilsjahre (1962 ? 1965), wenn sie die vorwiegend französischen Namen der Theologen hören, die diesen theologischen Aufbruch vorbereitet haben. Einer von diesen großen Theologen war der französische Dominikaner Marie-Dominique Chenu (1895 ? 1990), geistiger Vater der ?nouvelle theologie?, der ?Neuen Theologie?, Mittelalterkundler von Weltrang sowie Lehrer und Freund von Yves Congar OP.
Um nicht den gleichen Weg zu gehen, wie der rationalistische Protestantismus, der vielen Zeitgenossen zu einem reinen Vernunft- und Staatsglauben gewandelt schien, sperrte Rom auf dem Höhepunkt des ?Modernismusstreits? 1910 die katholische Kirche radikal gegen diverse neuzeitliche Einflüsse u.a. den liberalen Reformkatholizismus und die historisch ? kritische Bibelauslegung. Dies kehrte sich bald in eine sehr starre Weltsicht um, die angemessene Neuerungen kaum zuließ und ausschließlich ein verkrustetes neuscholastisches Denken ermöglichte. Insbesondere in den Orden, und hier vor allem bei den Jesuiten und den Dominikanern regten sich in den dreißiger und vierziger Jahren neue Ansätze. Es entwickelte sich neben der neuen katholischen Bibelauslegung eine ?neue Theologie?, deren wichtigstes Manifest 1942 M.-Dominique Chenu in einer kleinen Schrift vorlegte ( ?Eine Schule der Theologie: Le Saulchoir? ). Der zentrale Ansatz der ?neuen Theologie? bestand in einem ungemein umfassenden und großartig gebildeten Rückgriff auf die frühen Schriften des Christentums: die Kirchenväter, die mittelalterlichen Theologen und vor allem die Heilige Schrift selbst. Mit diesem ?ad fontes? (dt.: zu den Quellen) ließ sich mit einer Fülle von Zitaten belegen, was die Christen der vergangenen Jahrhunderte tatsächlich zu den unterschiedlichen Fragestellungen gesagt und getan hatten. Schrift und Tradition wurden nicht mehr wie ein Steinbruch behandelt, aus dem sich die jeweils herrschenden Autoritäten nach Belieben einzelne Sätze zur Untermalung ihrer Positionen herausbrachen, ohne sie in einen Gesamtzusammenhang einzuordnen. Zeitgemäß mühte man sich? wohl sehr stark orientiert an Origenes ? um ein ganzheitliches Verständnis von Schrift und Tradition. Schriftauslegung und Katholizität (M.-J. Lagrange, Henri de Lubac SJ), Laienbegriff und Ökumenismus (Yves Congar OP) sowie mittelalterliche Theologie und Philosophie (Chenu) wurden wieder verständlich und nutzbar gemacht. Dieses Denken prägte das Konzil. Congar und de Lubac wurden später zu Kardinälen erhoben. Bei aller Erneuerung aus dem Alten heraus, verband alle diese Theologen eine tiefe Frömmigkeit und eine unerschütterliche Loyalität zur Kirche, die auch trotz Anfeindungen und Arbeitsverboten in den Jahren vor dem Konzil Bestand hatte. ?Manchmal?, so zitiert Chenu einen Mitbruder, ?muss man sich anhören was Rom sagt, ein Ave Maria beten und weiterarbeiten.?
All dies wenigstens in Umrissen zu wissen hilft uns zu verstehen, warum es immer wieder Versuche gibt, die authentische Theologie dieser Männer zugänglich zu machen, obwohl sie nach dem Konzil teilweise in Vergessenheit geriet.
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